Youngster Rolf Wagner stiehlt allen die Show

SPORT AUS DER REGION

Sieg vor Routinier Arno Herms – Clubmeisterschaft der Reichenhaller Gleitschirmflieger

BAD REICHENHALL – Das Wetter war wie immer Hauptthema bei den ,,Textilfliegern” – darum wurde der eigentliche Termin der Clubmeisterschaft des Reichenhaller Gleitschirmclubs Albatros ein paar Tage zuvor abgesagt. Die Verantwortlichen brauchten flugtaugliches Wetter. Denn selbst der schönste Föhntag kann, bedingt durch unberechenbar turbulenten Hohenwind, solch einen Flugtag zum Horrortrip werden lassen. Am vergangenen Vatertag war das Wetter jedoch auf Seite der zahlreichen Teilnehmer.

… und im Tal angekommen zusammen mit Walter Gotzinger beim Absuchen des Himmels über Bad Reichenhall – die Albatros-Kollegen wurden genau beobachtet und ihre Landungen exakt bewertet.
Vereinsmeisterschafts-Mitfavorit Schorsch Grassmann steuerte diesmal nicht auf’s Siegerpodest – nahm dies aber locker.

Nach der Aufgabenbesprechung in der Schlegelmulde konnte Sportwart Wolfgang Nöhrig 26 Teilnehmer mit der Tagesaufgabe vertraut machen: Start am Hochschlegel/Predigtstuhl und Überfliegen von maximal acht Gipfelpunkten. Diese wurden allen Teilnehmern beim Wettkampfbriefing genannt.
Startzeitpunkt für alle war um 13.30 Uhr. Die acht Wendepunkte konnten in beliebiger Reihenfolge uberflogen werden. Vom Predigtstuhlgipfel übers Lattengebirge bis zur Hexe und dann auf die andere Talseite zum Staufen, Fuderheustein, Zwiesel und Gamsknogel. Jede Boje musste exakt überflogen werden und brachte somit vier Punkte.

Der Flug der Teilnehmer wurde mit je einem GPS-Gerät dokumentiert. Dieses diente mittlerweile zur Standardflugausrustung eines Gleitschirmpiloten. Das GPS zeichnet jede Flugbewegung und somit auch den Überlug jedes jeden Wendepunktes auf.

Für die abschließende Ziellandung auf der Weltwiese galt es noch einmal Punkte zu sammeln: Ein punktgenaues Aufsetzen im Ein-Meter-Kreis brachte drei Zähler – die Wenigsten konnten diese Aufgabe erfüllen. Die Landung innerhalb eines 30-Meter-Kreises bedeutete zwei Punkte. Konnte der Pilot dann auch noch sein Gleitsegel durch geschicktes Handling 15 Sekunden über sich halten, gab es schließlich einen weiteren, den letzten zu vergebenden Punkt

Dichtes Gedränge herrschte nach der Startfreigabe um 11.30 Uhr, schließlich mussten 24 Piloten und zwei Pilotinnen erst einmal in die Luft kommen. Nach dem Abheben wurde vielen Teilnehmern klar, dass aufgrund fehlender Thermik nicht alle Wendepunkte überflogen werden konnten. Die maximale Flughöhe blieb eher gering, ein recht flotter Hohenwind tat sein Übriges. Somit konzentrierten sich alle Piloten auf die vier Wendepunkte am Lattengebirge sowie die Landung. Jeder Versuch, noch am Staufenmassiv zu punkten, gestaltete sich durch den Gegenwind aus West sehr aussichtslos.

So lieferten sich Rolf Wagner und Arno Herms ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Zielpunkt Weltwiese. Beide hatten bis dahin die gleiche Punkzahl und lagen lediglich Minute voneinander entfernt. Bei der Landung punkteten beide ebenfalls gleich – somit stande der Sieger fest: Youngster Rolf Wagner gewann mit einer Minute Vorsprung vor Routinier Arno Herms.

Als dann nur drei Minuten später Erich Kagleder senior den Landeplatz ansteuerte, war die Sensation perfekt. Der Weitwiesen-Lokalmatador und Oldie verwies den Rest der Favoriten auf die Plätze. Auch er hatte alle vier Wendepunkte im Tiefflug abgegrast und war somit sehr schnell am Landeplatz. Insgesamt hatten sechs Piloten alle vier fliegbaren Wendepunkte erreicht und positionierten sich mit unterschiedlichen Flugzeiten nacheinander auf die Plätze.

Die weitere Reihung: 4. Thomas Wegscheider, 5. Hans Weber, 6. Robert Staudacher. – Die Fliegerdamen kamen in der Gesamtwertung auf die Plätze 12 (Ursula Poetsch) und 20 (Angie Wierer).
Zahlreiche heimische Firmen traten schon während des Wettkampfes mit ihrer Firmenpräsens als Sponsoren in Erscheinung. Bei der abschließenden Siegerehrung zeichneten diese für die Sachpreise verantwortlich, die bis zur letzten Platzierung verteilt wurden. Ziel der Verantwortlichen um Vorstand Klaus Wallner wird es sein, im nächsten Jahr die Teilnehmerzahl ein weiteres Mal zu erhöhen und die Clubmeisterschaft im Rahmen des 20.
Vereinsgeburtstages in einen “Flugtag für Alle” zu integrieren.

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